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Kerstin HartmannAutor: Kerstin Hartmann (Neue Mediengesellschaft Ulm mbH)

Kerstin schloss ihr Studium an der Angell Business School Freiburg mit einem BBus in Hospitality and Events Management der Victoria University Melbourne ab. Das finale Praxissemester durchlief sie bei der Neuen Mediengesellschaft Ulm mbH, wo sie nun als Junior Project Manager für die Software Entwickler Events arbeitet. Somit fügt sie sich mit viel Herz und Freude an der Arbeit in Florians Team für die Developer Week, DDC - .NET Developer Conference, MDC - Mobile Developer Conference und WDC - Web Developer Conference und IPDC - iPhone Developer Conference.


Am Abend des 8. März 2013 lud die .NET Usergroup Hannover zum 4. CeBIT Stammtisch in die stimmungsvolle Atmosphäre des Kellergewölbes im Restaurant Lister Turm ein. Ich war dort zu Besuch und läutete mit dieser 1. Station die .NET UG Tour der dotnetpro und der Developer Week ein. Ich durfte einige Mitglieder der Community kennen lernen und brachte ihnen drei hochkarätige Sprecher mit.

Im Vorwort verlegt Andreas Flohr, der die Treffen der DNUG Hannover regelmäßig organisiert, die Developer Week 2013 nach Hannover – ein sympathischer Versprecher. Vielen Dank, dass wir hier in der Hauptstadt Niedersachsens so herzlich willkommen sind!

Als erster lies Kai Radewald, Mitarbeiter von Andreas Flohrs Unternehmen indisoftware, fachliche Kompetenz durchblicken mit seinem Vortrag zu „Pipes und Filters – Entwurfsmuster anhand einer konkreten Anforderung umsetzen.“ Er empfiehlt Anforderungen wie am Fließband oder im Baukastenprinzip umzusetzen. Nach diesem Architekturmuster schickt die Source zu verarbeitende Daten durch mehrere Filter. Das System wird durch mehrere unabhängige Einheiten strukturiert - die Filter. In mehreren Schritten werden die eingegebenen Daten verarbeitet und als Ergebnis des Gesamtsystems wieder ausgegeben.

Johannes Hofmeister schafft hier in Hannover mit seinem Vortrag „Empathic Code und Waesel Words - Das wichtigste am Code, der Programmierer“ die Grundlagen für seinen Vortrag Empathic Refactoring. Auf der Developer Week stellt er noch eine weitere Session vor: Python für C# Programmierer. Er empfiehlt – falls Ihnen als Softwareentwickler einmal kein Klassenname in den Sinn kommen möchte – sich hier Rat zu holen: http://classnamer.com/. Wenn Sie diesen Vorschlag anzweifeln hat Hofmeister schon die wichtigste Überzeugungsarbeit geleistet, denn classnames wie „BasicTaskEngine“ oder „genymdhms“ (die altbekannte „generator year month day hour minute second“) können kein guter Code sein. Hofmeister veranstaltet mit solchartigen Hyroglyphen-Klassennamen ein fröhliches Ratespiel und begeistert damit die Zuhörer, welche aktiv mitmachen.

Darauf behauptet Johannes Hofmeister, das Buch „Clean Code“ (Robert C. Martin) ende ohne die wichtigste Frage beantwortet zu haben: Warum soll ein Software Entwickler keine solchen Worthülsen (Weasel Words) verwenden? Weitere Empfehlungen an das Publikum und auch an die Leser dieses Beitrags sind „Mocks aren’t Stubs“ von Martin Fowler und die Devise „DRY vs. WET“ („don’t repeat yourself“ oder „write everything twice“), die beide unabhängig voneinander empfohlen werden. Hier muss nun jeder eigenständig das Richtige wählen.

Weiter macht Philip Jander mit dem Vortrag zu „Command Query Responsibility Segregation (CQRS).“ Auch er präsentiert auf der Developer Week zwei Sessions: Polystrukturierte Daten mit CQRS und Projektabhängigkeiten meistern. Er stellt mit CQRS ein erprobtes und bewährtes Architektur-Prinzip vor, das Befehle von Abfragen trennt und damit auch ermöglicht, Teams aufzuteilen. Diese Model gewährt für die Software-Architektur größere Flexibilität im Design und löst einige Probleme der Entwicklung. Der größte Vorteil von CQRS sind die schlanken Prozesse. Interessantes und Lehrreiches aus diesem Themengebiet wird Philip Jander auch mit Ihnen in seinen Sessions im Rahmen der Developer Week teilen.

Die Reihe der Vorträge schließt für diesen Abend Jan Fellien mit „DDD – Domain Driven Design.“ Er eröffnet den zweiten Tag der Developer Week mit seiner Session Web Services ohne WCF. Im Streitgespräch Command & conquer the segregation wird er gemeinsam mit Roberto Bez die wichtigsten Seiten der Architektur beleuchten und praxisnah diskutieren. Auch Bez bietet Ihnen im Rahmen der UG Tour der dotnetpro und Developer Week einen Vorgeschmack auf seine rhetorischen Künste. Zu welcher Station er unser Team begleitet und alle weiteren Termine der Tour finden Sie auf der Seite der UG Tour. Seinen großen Wissensschatz öffnet Jan Fellien auch in seinem ganztägigen Workshop CQRS von der Pieke an am 27. Juni 2013 im Rahmen der Developer Week.

Zurück zum Vortrag von Jan Fellien: Leider – so der Referent – gilt es immer noch einige Hürden zu überwinden, will man Domain Driven Design im Entwickler Alltag anwenden. Dabei hat es viele positive Seiten. Ein Vorteil ist, dass DDD den Code klar und eindeutig, denn nicht nur der Computer soll den geschriebenen Code lesen können, sondern auch Menschen. Dieses Argument leuchtet sogar mir als Laien ein. Mit diesem und den anderen Argumenten bringt Jan Fellien die beiden vorhergehenden Vorträge zu CQRS (Philip Jander) und Weasel Words (Johannes Hofmeister) auf einen Nenner. Abschließend erläutert er, dass in einem Team alle Mitglieder die gleiche Sprache sprechen sollen: Software-Entwickler und die weiteren Abteilungen sollen sich – so Fellien – an einen Tisch setzen und diese Sprache festlegen. Damit entsteht der Bounded Context, welchen als Begriff Eric Evans in seinem Buch „Domain-Driven Design “blue book” Part IV Strategic Design, Chapter 14 Maintaining Model Integrity“ einführte und wie folgt definiert:

A BOUNDED CONTEXT delimits the applicability of a particular model so that team members have a clear and shared understanding of what has to be consistent and how it relates to other CONTEXTS. Within that CONTEXT, work to keep the model logically unified, but do not worry about applicability outside those bounds. In other CONTEXTS, other models apply, with differences in terminology, in concepts and rules, and in dialects of the UBIQUITOUS LANGUAGE.

Die berüchtigte „you-… language“ (Wenn Sie wissen möchten, wie Jan Fellien diese bezeichnet, sprechen Sie ihn gerne auf der Developer Week darauf an. Da es nicht jugendfrei ist, möchte ich ihn hier nicht zitieren).

Nach und auch schon während seines Vortrags entsteht eine rege und hitzige Diskussion. Hier zeigt sich, dass die Entwickler-Welt in zwei Lager gespalten ist: Die CQRS/DDD-Gruppe und „die Anderen.“ Einwände und Fragen lassen erkennen, dass einer der noch nicht von Domain Driven Design überzeugt ist, es auch nicht so schnell werden möchte.

Nicht nur beim finalen Vortrag von Jan Fellien sind die anwesenden UG Mitglieder aktiv beteiligt. In den 10 Minuten Pausen zwischen den Vorträgen diskutieren alle miteinander, Sprecher und Publikum. Damit haben wir das Klassenziel erreicht: In einer gepflegten Diskussionskultur haben wir gemeinsam den Austausch unter allen Beteiligten unterstützt.

Mehr Impressionen des Abends finden Sie in Form einer Bildergalerie des 4. CeBIT Stammtisches auf der Fanpage der DNUG Hannover.

Ich freue mich schon auf die nächste Station unserer UG Tour und hoffe, auch Sie dann begrüßen zu dürfen. Ganz besonders freue ich mich alle, die ich auf der Tour durch ganz Deutschland kennen lernen darf, auch in Nürnberg bei einem gemeinsamen Treffen am Abend des 25. Juni wiederzusehen. Alle Details dazu finden Sie ab Mai auch auf der Seite der UG Tour.

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